~ Dopaminfasten ~

Liebe Freundïnnen,

was gibt’s Neues? Nix? Gut, danke. Schönen Novambruärz euch allen. 

Wisst ihr noch, vor zwei Jahren, vor dieser komischen Zeit? Da stand an dieser Stelle: “Silvester wird vorgefeiert. Schließlich haben wir viel vor im nächsten Jahr. Es gibt mehr Neues als Altes, alles wird irgendwie anders, entwickelt sich weiter und bleibt spannend. Wer mehr wissen will, muss warten bis es soweit ist. Nur so viel: es wird gut. Unheimlich gut.” Was sollen wir sagen, so war das nicht gemeint. ¯\_(ツ)_/¯ 

Eine Menge ist los seither und gleichzeitig auch gar nichts. Bisschen wie in der fünfundzwanzigsten Stunde kurz vor dem Lass-mal-besser-gehn. Man weiß schon, die nächste Runde bringt die Stimmung nicht mehr dahin, wo sie mal war und ein halbwegs geordneter Rückzug wäre das Klügste. Aber wer ist schon klug? Leider selten jene, die es von sich denken. Und so hängen wir fest in diesem viel zu langen Witz, dem die Pointe abhanden gekommen ist. 

Manchen schlägt das aufs Gemüt. Umso wichtiger, dass wir füreinander da sind. Von der Freundin mit Sorgen im Zimmer nebenan bis zur Familie ohne Hoffnung in Moria. Wer darüber hinaus noch ein bisschen Reserven hat, der kann gerne ein paar Nazis dort treffen wo es ihnen am meisten wehtut, im Gesicht, um ein wenig in Übung zu bleiben – alles ist sinnvoller als Urban Gardening. Und wer gerade kein Dopamin übrig hat: Kopf hoch, bewölkte Freundinnen und Freunde, Besserung ist in Sicht. Der Frühling nagt sich behände durchs Grau, die Vögel streamen ihre Hymnen schon in die Hinterhöfe und die Hyazinthen ballern durch den feuchten Asphalt der Sonne entgegen. 

Und so feiern wir mit euch statt 61.320 Stunden Schlüsselübergabe eben 613.201 Minuten Club dicht. So war das nicht geplant, aber was läuft schon nach Plan? Wie ihr wisst, bleiben wir trotz pandemischer Umsicht nicht untätig. Das verdanken wir zu mindestens 51,37 Prozent unseren 1965 Unterstützerïnnen, an die wir in den vergangenen 12 Monaten 128 verschiedene Dankeschöns verschickt haben, die mit uns in 14 Streams 111 Stunden lang distanzgeraved haben und mit deren Hilfe wir lange 604.800 Sekunden unseren Innenhof neu gestaltet haben, in dem es seither 9 Stunden cineastische Keimzelle sowie 3840 Minuten Unterhaltung gab. Achja und seit einem Jahr ziemlich genau 0 Minuten Tanz. 
  
Tja, was sollen wir sagen. Dieser Moment ist alles in allem kein Funkenflug der guten Laune. Aber so ist das halt manchmal. Muss man auch aushalten können. Zum Glück sind wir ja alle erfahren genug, um zu wissen, dass die Endorphine umso besser andocken, je länger sie Pause hatten. Im Grunde befinden wir uns gerade am tiefsten Punkt eines gigantischen Drops – und wir alle wissen, was am Ende eines Drops auf uns wartet! Die Frage ist nicht ob, sondern nur wann. Reiten wir auf dieser basssehnsüchtigen Vorfreude in den Frühling. Der Sonne entgegen.


Aus aktuellem Anlass: https://www.facebook.com/suedpolhamburg/posts/3722907957816406

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* S * Ü * D * P * O * L *

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