Grundlagen & Haltung
Was ist Awareness?
- Awareness bedeutet Zuhören, Unterstützen und Stärken.
- Das Awareness-Team beschäftigt sich nicht mit grenzüberschreitenden Personen, sondern ist ausschließlich für Betroffene von Diskriminierung oder Grenzverletzungen da – empathisch, vertraulich und parteilich.
- Ziel ist, dass Betroffene wieder Sicherheit und Selbstbestimmung zurückgewinnen können.
- Awareness ist keine Kontrollinstanz.
- Awareness ist das notwendige Gegengewicht zu den Ungleichheiten, die durch Privilegien in unserer Gesellschaft entstehen.
- Awareness-Fälle sind alle, bei denen mindestens eine betroffene Person aufgrund von Gewalt oder Diskriminierung jeglicher Art Unterstützung braucht.
- Wichtig: Menschen, die Unterstützung aufgrund von konsensuellen /bewussten Konsum benötigen, sind keine Betroffene im Sinne der Awareness-Arbeit – ergo auch keine Awareness Fälle.
Warum ist Awareness wichtig?
- In unserer Gesellschaft herrschen diskriminierende Machtstrukturen, wie z. B. Sexismus, Rassismus, Queer- und Transfeindlichkeit, Ableismus und viele mehr. Diese werden im Alltag reproduziert – auch im Südpol.
- Awareness bedeutet: Machtstrukturen sichtbar zu machen, zu benennen und ihnen entgegenzuwirken.
- Awareness schafft also keine „Regeln von oben“, sondern ermöglicht Räume, in denen sich Menschen sicherer und selbstbestimmter bewegen können.
- Jede Person trägt Mitverantwortung für ein achtsames Miteinander. Wer eine kritische Situation beobachtet, sollte solidarisch handeln, Unterstützung anbieten oder Hilfe holen, solange die eigene Sicherheit dabei nicht in Gefahr gerät.
Grundsätze der Awareness-Arbeit
Definitionsmacht der Betroffenen
- Nur die betroffene Person bestimmt, ob sie Diskriminierung, Gewalt oder Grenzverletzungen erlebt hat. Dies wird weder bewertet, in Frage gestellt noch relativiert.
- Es verhindert, dass Erfahrungen kleingeredet oder angezweifelt bzw. abgesprochen werden.
Parteilichkeit Vertraulichkeit
- Das Awareness-Team steht klar auf der Seite der Betroffenen.Es vermittelt nicht neutral, sondern schützt die Erfahrung und Bedürfnisse der Betroffenen. Alles bleibt vertraulich – Infos werden nur mit Einverständnis weitergegeben.
- Nur so können Machtungleichgewichte ernst genommen und bestehende Strukturen von Unterdrückung abgebaut werden.
Konsensprinzip
- Kein eindeutiges Ja heißt Nein. Schweigen, zögern oder „kein Nein“ bedeuten keine Zustimmung.
- Konsens schützt persönliche Grenzen und stärkt ein respektvolles Miteinander.
Solidarische Verantwortungsübernahme (Community Accountability)
- Awareness ist Aufgabe aller. Jede Person trägt Verantwortung, ein respektvolles Miteinander zu schaffen und Diskriminierung entgegenzutreten.
- Wir tragen alle Verantwortung dafür, Diskriminierungen zu erkennen, zu benennen und entsprechend zu handeln. Das Awareness-Team bietet dabei Unterstützung, Orientierung und Rückhalt.
Grenzen der Awareness-Arbeit
- Keine psychologische oder medizinische/substanzbasierte Behandlung / Beratung
- Keine kontrollierenden Handlungen
- Kein Handeln ohne Rücksprache mit/oder Wunsch von Betroffenen
- Keine Begleitung bei polizeilichen Anzeigen
Kontakt: awareness@suedpol.org